Umgang mit Gedanken

Kirsten Hinrichsen gab Anregungen zum Umgang mit (schwierigen, sich immer wieder aufdrängenden) Gedanken im Rahmen der Atempausen:

„Unser Gehirn ist ein Wunder. Es sendet uns ca. 60.000 Gedanken pro Tag, oder mehr, die meisten davon überflüssig. Es kann so vieles, was uns glücklich macht, nährt, am Leben erhält, Liebe, Schmerzen, den Körper wahrnehmen lässt…noch soviel mehr, und es kann Gedanken produzieren. Wie wir heute wissen, tut es das , bevor wir es merken, d.h. wir haben keinen Einfluss auf ihre Entstehung, und bevor wir die Achtsamkeitspraxis kennengelernt haben, waren wir ganz oft Opfer des inneren Kritikers/der inneren Kritikerin, wir bekamen Schuld für etwas, wir wurden verglichen, bewertet, be- und verurteilt.

Wir waren dem ausgeliefert, hatten Reaktionen wie Stress, Angst, Aggression / Depression, kannten wenig Selbstwertgefühl ….Gedanken kommen ungebeten, besonders gerne auch nachts, oder sie verhindern sogar den Schlaf. Apropos verhindern : wir können sie nicht verhindern, aber wir sind ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert, wenn wir wissen, dass sie da sind. Also raus aus dem Autopilot, rein in das wertfreie Beobachten dessen, was das Gehirn so tut.
Du bist nicht, was du denkst !!!
Es gibt keinen Grund, alles zu glauben, was so im Kopf daherkommt. Meistens sind es bewertende, be-und verurteilende Gedanken über uns selbst oder andere, Vergleiche, selbstverständlich mit der Abwertung des Selbst, oder Zukunftsszenarien, die uns aus der Meditation holen-oder wir denken das. Jetzt wissen wir ja, dass das alles nur Gedanken sind, keine Tatsachen…. elektromagnetische Vorgänge im Gehirn, die Gefühle und Zustände auslösen können, bis hin zu Schmerzen und anderen körperlichen Symptomen. Das ist die Chance! Lass uns die Gedanken nehmen, als das, was sie auch sind : ein Versuch unseres Gehirns, etwas Positives für uns zu erreichen, nur mit sehr oft ungeeigneten Mitteln.“
(Buchtip : Georg Lolos, arkana Verlag, „Du bist nicht, was du denkst“  wie wir aus der negativen Gedankenspirale aussteigen und den Kopf frei bekommen)  

Zitat von Ken Wilber, aus „Wege zum Selbst“, Seite 249, Goldmann Verlag:

„Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht meine Gedanken. Ich kann meine Gedanken kennen und intuitiv erfassen, und was gekannt werden kann, ist nicht der wahre Erkennende. Gedanken kommen zu mir und verlassen mich wieder, aber sie berühren nicht mein Innerstes Ich. Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht meine Gedanken.“